Parametrische Vorkalkulation als Instrument zur Operational Excellence


Gerade bei variantenreichen Maschinen und Anlagen kommen klassische Kalkulationsmethoden oft an ihre Grenzen oder sind sehr zeitintensiv; gerade hier kann eine parametrische Vorkalkulation viel Zeit und Ressourcen einsparen und ist somit ein wertvolles Hilfsmittel auf dem Weg zur Operational Excellence.

Definition der Aufgabenstellung

Eine exakte Vorkalkulation variantenreicher Maschinen und Anlagen stellt die Hersteller regelmäßig vor die Herausforderung exakte Herstellkosten von Aggregaten zu berechnen, die noch nie in der geplanten Variante gebaut wurden. Die Folgen von Ungenauigkeiten sind absehbar: Bei einem zu hohen Ergebnis geht gegebenenfalls ein lukrativer Auftrag verloren. Bei zu geringem Preis ist die Marge am Ende zu gering.

Lösungsansätze

1. Referenzmaschine auswerten

Ein Ansatz ist es, die Nachkalkulation einzelner „ähnlicher“ Maschinen aus der Vergangenheit anzuschauen und eine Abschätzung vorzunehmen, welche Herstellkosten vermutlich anders sein werden. Dieses Vorgehen erscheint zunächst sehr effizient. Diesem Vorgehen fehlt jedoch die statistische Absicherung. Damalige Besonderheiten, wie z.B. Sonderkonstruktionen, Qualitätskosten oder Beschaffungsvarianten werden dabei nicht immer entdeckt, nachvollzogen und hinreichend berücksichtigt. Da für jedes „neue“ Projekt derselbe Prozess wieder durchlaufen werden muss, kann dieses Vorgehen nicht effektiver sein, als die unten beschriebene parametrische Vorkalkulation.

2. Mehrere Referenzmaschinen auswerten

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, mehrere „Beispiele“ zu suchen und mit dem neuen Angebot zu vergleichen. Es gelten die oben beschriebenen Risiken für Ungenauigkeiten. Hinzu kommt jedoch ein vielfacher Aufwand für Recherche und Analyse der damaligen Spezifikationen, Konstruktionen, Beschaffungsvarianten und Qualitätskosten.

3. Parametrische Vorkalkulation

Der von uns vorgeschlagene Ansatz ist die parametrische Vorkalkulation. Dafür werden zunächst die Maschinen in Einheiten unterteilt, die nachkalkuliert werden können. Dies können zum Beispiel Hauptbaugruppen der Konstruktion sein. Weiterhin müssen Korrelationsparameter zwischen technischen Eigenschaften und Kosten der nachkalkulierbaren Baugruppen gefunden werden. Selbstverständlich werden die Kosten von Baugruppen durch sehr viele Faktoren beeinflusst. Oft sind jedoch 2 Parameter wesentlich für die Kosten. Prominente Parameter sind z.B. Größe und Material.

Vorgehensweise bei der parametrischen Vorkalkulation

Aus bereits realisierten Projekten werden IST-Kosten für jede Baugruppen ermittelt und im ersten Schritt als Datenwolke grafisch aufgetragen. Durch technische Unterscheidungen mithilfe der wesentlichen Parameter werden Datengruppen ermittelt. Weiterhin werden „Ausreißer“ in den Datensätzen durch Beachtung von Sonderkonstruktionen, teureren Beschaffungsvarianten und Fehlbuchungen entfernt. Die verbliebenen Daten werden zur Ermittlung von Berechnungsformeln verwendet.

Zur Vorkalkulation eines neuen Projektes müssen nun lediglich mit den Hauptparametern die Kosten für die Baugruppen bestimmt werden. Da entsprechende Formeln vorliegen kann die komplette Kalkulation also innerhalb weniger Minuten in Excel erfolgen. Die statistische Absicherung vermeidet dabei Scheingenauigkeit. „Lücken“ werden durch Interpolation und Extrapolation geschlossen. Um die Berechnungsgrundlage aktuell zu halten, werden die Datensätze neuer nachkalkulierter Aufträge in die Berechnungsbasis aufgenommen.

Fazit

Über eine geschickte parametrische Vorkalkulation kann die Genauigkeit der Berechnung von Herstellkosten für variantenreiche Projekte drastisch erhöht werden. Gelichzeitig sinkt der Aufwand für die Vorkalkulation neuer Maschinen.

 

Diagramm paramterische Vorkalkulation

Hierfür müssen historische Daten ausgewertet und mit technischen Parametern korreliert werden. Auf eine nachhaltige Datenpflege ist zu achten, damit die Daten nicht veralten.

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